Time to Live (TTL) ist ein wesentlicher Parameter im Domain Name System (DNS) und in der Netzwerkkommunikation. TTL definiert die Lebensdauer oder Gültigkeit eines bestimmten Datenpakets, bevor es verworfen wird oder eine Aktualisierung erforderlich ist. In einem DNS-Kontext gibt TTL an, wie lange ein DNS-Eintrag in einem Cache gespeichert bleibt, bevor er erneut abgefragt werden muss.
Funktionsweise von TTL im DNS
Jedes Mal, wenn eine Domain angefragt wird, durchläuft sie verschiedene Server, um die zugehörige IP-Adresse zu ermitteln. Damit nicht bei jeder Anfrage die gleiche Prozedur wiederholt wird, speichern sogenannte Caching-DNS-Resolver die Antwort für eine bestimmte Zeit. Diese Zeit wird durch den TTL-Wert des jeweiligen DNS-Eintrags bestimmt.
Beispielsweise könnte ein TTL-Wert von 3600 Sekunden (1 Stunde) festgelegt sein. Das bedeutet, dass ein DNS-Resolver die Antwort eine Stunde lang im Cache speichert. Wenn innerhalb dieser Zeit eine weitere Anfrage für dieselbe Domain gestellt wird, antwortet der DNS-Resolver direkt aus seinem Cache, was die Antwortzeit verbessert und die Netzwerklast verringert.
Vor- und Nachteile von niedrigen und hohen TTL-Werten
Ein niedriger TTL-Wert sorgt dafür, dass DNS-Einträge schnell aktualisiert werden können. Dies ist insbesondere bei häufigen Änderungen der IP-Adresse nützlich, da die Caches regelmäßig geleert werden und die neuen Informationen schneller verbreitet werden. Allerdings erhöht dies die Anzahl der Anfragen an die DNS-Server, was zu höherem Netzwerktraffic führen kann.
Hohe TTL-Werte hingegen reduzieren die Anzahl der DNS-Anfragen und entlasten das Netzwerk. Der Nachteil besteht jedoch darin, dass Änderungen an DNS-Einträgen länger brauchen, um weltweit in den Caches aktualisiert zu werden.
TTL in der Netzwerkkommunikation
Abseits des DNS wird TTL auch in IP-Paketen verwendet. Hier gibt TTL an, wie viele Hops (Zwischenstationen) ein Datenpaket durchlaufen darf, bevor es verworfen wird. Dies verhindert, dass fehlerhafte Pakete endlos in einem Netzwerk zirkulieren.


