IPv4 (Internet Protocol Version 4) ist das vierte Protokoll der Internetprotokollfamilie und das am weitesten verbreitete Protokoll zur Übertragung von Daten über Netzwerke. Es wurde in den 1970er Jahren entwickelt und spielt eine zentrale Rolle im Internet. IPv4 verwendet 32-Bit-Adressen, was eine theoretische Gesamtzahl von 4,3 Milliarden eindeutigen IP-Adressen ermöglicht. Diese Adressen sind in vier Oktette unterteilt, die durch Punkte getrennt werden, z. B. 192.168.1.1.
Die grundlegende Funktion von IPv4 besteht darin, Datenpakete von einem Quellgerät zu einem Zielgerät zu routen. Jedes Datenpaket enthält die Quell- und Ziel-IP-Adresse sowie andere Informationen, die für die Übertragung und den Empfang der Daten erforderlich sind. IPv4 ist ein verbindungsloses Protokoll, was bedeutet, dass es keine vorherige Verbindung zwischen Sender und Empfänger erfordert. Stattdessen wird jedes Paket unabhängig behandelt, was eine flexible und effiziente Kommunikation ermöglicht.
Trotz seiner weitreichenden Akzeptanz und Nutzung hat IPv4 Einschränkungen, insbesondere im Hinblick auf die Adressknappheit. Mit dem rasanten Wachstum des Internets und der zunehmenden Anzahl von Geräten, die eine IP-Adresse benötigen, wurde die Verfügbarkeit von IPv4-Adressen zunehmend kritisch. Um diesem Problem zu begegnen, wurden verschiedene Techniken entwickelt, wie z. B. Network Address Translation (NAT), die es ermöglichen, mehrere Geräte innerhalb eines lokalen Netzwerks eine einzige öffentliche IPv4-Adresse nutzen zu lassen.
Um die Limitierungen von IPv4 zu überwinden, wurde IPv6 (Internet Protocol Version 6) als Nachfolger entwickelt. IPv6 verwendet 128-Bit-Adressen und ermöglicht eine nahezu unbegrenzte Anzahl von IP-Adressen, was den Anforderungen der modernen Internetnutzung besser gerecht wird. Trotz der Einführung von IPv6 bleibt IPv4 nach wie vor ein wesentlicher Bestandteil des globalen Internetverkehrs. Die Migration von IPv4 zu IPv6 schreitet nur langsam voran, da viele Systeme und Dienste weiterhin auf IPv4 basieren.


